- Erstmals belegen MRT-Scanbilder, dass das Gehirn gestillter Kleinkinder sich intensiver entwickelt als das mit Flaschenmilch gefütterter Kinder. Die Studie der Brown University in Providence, die 2013 im Fachjournal "NeuroImage" veröffentlicht wurde, bestätigt hiermit frühere Befunde, dass Stillen die Hirnentwicklung fördert. Erstmals schauten die Forscher 133 Kindern zwischen zehn Monaten und vier Jahren mit Hilfe spezieller und sehr leiser MRTs ins Gehirn. Eine Gruppe der Kinder wurde in den ersten drei Monaten gestillt, eine andere Gruppe bekam industriell gefertigte Flaschennahrung, und eine dritte Gruppe wurde gestillt und erhielt parallel frühzeitig Beikost.
- Der Unterschied im Wachstum des weißen Gehirngewebes lag bei 20 bis 30 Prozent, vergleicht man gestillte und nicht gestillte Kinder. Die Gruppe der gemischt ernährten Kinder hatte ebenfalls mehr weiße Gehirnsubstanz als die mit industriell gefertigter Flaschennahrung ernährten Kinder. Sie lag aber ebenfalls deutlich hinter den Muttermilchkindern. Die gestillten Kinder verzeichneten die schnellste Zunahme an weißem Hirngewebe, was im Alter von zwei Jahren bereits einen deutlichen Vorteil bei kognitiven Tests mit sich brachte. Die weiße Gehirnsubstanz enthält lange Nervenfasern. Diese sind wichtig, damit verschiedene Gehirnbereiche miteinander kommunizieren können.
- Auch die Dauer des Stillens spielt anscheinend eine Rolle: Kinder, die länger als ein Jahr gestillt worden waren, wiesen deutlich mehr Hirnwachstum auf als ihre kürzer gestillten Altersgenossen.
- Des Weiteren stellten die Forscher anhand der Mikrostruktur der weißen Gehirnsubstanz fest, dass auch die in den Nervenfasern enthaltene Myelinmenge bei den Kindern, die Muttermilch zu sich nahmen, größer war. Myelin ist eine lipidreiche Biomembran, die die Neuronen umhüllt und elektrische Hirnsignale weiterleitet und insbesondere die Nervenleitgeschwindigkeit erhöht.
- Die Forscher machten auch verschiedene kognitive Tests mit den Kindern. Auch hier schnitt die Gruppe der gestillten Kinder bei Sprachvermögen, Bewegungssteuerung und visueller Wahrnehmung am besten ab.
